Joe Kienemann , der beliebte Rundfunk-Redakteur, -Produzent, -Autor und -Moderator mit der samtig-sonoren, Vertrauen erweckenden Stimme, weiß, wovon er in seinen etwa 200 Jazz-Sendungen pro Jahr sprach, denn er ist selbst ein begnadeter Jazz-Musiker mit solider klassischer Ausbildung.
Mit sechs Jahren hat er Klavier, mit zehn Cello und mit zwölf Trompete gelernt. Das Klavier wurde sein Hauptinstrument. Seit 1960 ist er als eine der stärksten Musikerpersönlichkeiten aus der hochkarätigen Münchner Szene nicht mehr wegzudenken.
Er arbeitet als Pianist hauptsächlich im Trio, weil es für ihn die optimale Situation künstlerischen Schaffens bietet. Hier verbinden sich für ihn ein Höchstmaß an gestalterischer Freiheit mit einem Maximum kreativen Gefordertseins, orchestrales Kollektiv mit solistischer Virtuosität. Das Trio ist für ihn der kleinste Klangkörper mit den größten Möglichkeiten.
Dass Joe Kienemann als Rundfunk-Jazzprogramm-Macher seine eigene große Musikerpersönlichkeit immer fair und korrekt in den Hintergrund gestellt hat, ist wohl der Grund dafür, dass er überregional heute noch als Geheimtipp gilt, Das kann sich nun sehr schnell ändern, denn seit Mai hat er, nach über 30 Jahren Rundfunktätigkeit, das Mikrofon an Jüngere übergeben und will in Zukunft nur noch Pianist sein.
