WER DIE WAHL HAT …

… HAT DIE LUST AM MITBE-STIMMEN

Und sonst nix! Denn wenn wir am 8. März unsere kommunalen Gremien inklusive der Bürgermeister- und Landratsposten wählen, dann sollten wir uns freuen, dass wir eine Demokratie haben, in der gemäß dem griechischen Wortursprung das „Volk herrscht“, wo wir alle also mitbestimmen dürfen.

Mitbestimmen? Guata Witz, wird mancher sagen. Die entscheiden nachher ja eh bloß wieder alle über unsere Köpfe hinweg. Freilich tun sie das, oder willst Du bei jeder Entscheidung Deinen Kopf hinhalten? Bei der Demokratie herrscht inzwischen ein kapitales Missverständnis (man beachte bitte den verkappten Wortwitz: lat. caput = Kopf).

Deswegen wählen wir ja unsere Vertreter – Frauen und Männer aus unserer Mitte, die uns dann im Gemeinderat oder Kreistag vertreten. Des gäbe ja eine Gaudi, wenn wir da alle drinsäßen … Man nennt das repräsentative Demokratie. Ob die Repräsentanten dann allerweil ganz in unserem Sinne abstimmen, ist nicht gesichert – ein bisserl eigenen Kopf muss man ihnen schon zugestehen, sonst hätten wir sie ja nicht wählen brauchen.

Demokratie funktioniert über Mehrheiten. Man ringt um die – im besten

Falle – sinnvollsten Entscheidungen und wirbt dabei um die Mehrheit. Wer von der Demokratie erwartet, dass seine Meinung stets umgesetzt wird, erwartet eine Autokratie (er muss dann bloß auf der richtigen Seite stehen, sonst Pech). Wir dürfen ja trotzdem noch alle jederzeit lautstark unsere Stimme erheben (und, übrigens, so ziemlich alles sagen), wenn’s nicht passt.

Die Athener hatten mal ein System, wo immer alle mitredeten, gscheit funktioniert hat das auch nicht. Wir kennen in unserer Welt auch Systeme, wo keiner mehr mitreden darf. Das funktioniert. Bloß nicht für die Leut.

Wählen wir also ohne Qual, mit Verstand und Optimismus unsere demokratischen Gremien! Es ist immer noch ein großer Vorzug unseres Systems, dass wir so viele Frauen und Männer auf den unterschiedlichsten Listen zur Auswahl haben, die sich haben aufstellen lassen und sich zutrauen, sich für die Gemeinschaft zu engagieren! Wir wählen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich die nächsten Jahren einen Kopf für uns alle machen. Das ist unser krisenresistentes demokratisches Kapital.

_Markus Tremmel