MAI, MAIER, AM MAISTEN …

… UND WARUM WIR MEHR WALDMEISTER BRAUCHEN

Am meisten stellt sich diese Frage zwar nicht in diesen weltverrückten Tagen, aber: Gibt es eigentlich die Maibowle noch? Oder ist’s eher eine verblassende Erinnerung an Zeiten, als der Sprit noch unter einer Mark kostete und die Getränke des beginnenden Sommers noch nicht sprizzig waren, sondern einfach als Bowle auf dem Gartentisch standen.

Im Mai, wenn die römische Göttin Maia einst ihr Füllhorn ausschüttete und alles wieder anfing zu wachsen und größer (maior) zu werden, stand in den Wäldern der Waldmeister kurz vor seiner Blüte – und da gibt er das beste Aroma her. Cumarin ist der aromatische Inhaltsstoff, der in der Volksmedizin auch wegen seiner beschwingenden und Kopfschmerz lindernden Wirkung geschätzt wird. Passt ja. Im Übermaß sind Bowle wie Cumarin dann wiederum nicht ganz gesund.

Ein Schluck Wortbowle. Alles kann man nicht mischen – und in welch engem Verwandtschaftsverhältnis die Göttin Maia nun wirklich zum Major steht, ist ein Fall für die schnell falsche Volksetymologie. Dafür sind der Huber wie der Maier zumindest im Ansatz klar wie eine Bowle im Mai:

Der Maier (in all seinen Schreibweisen) ist oder war der Größere, der Vorgesetzte, der Gutsverwalter. Da Moar. Der Maierhof dementsprechend meist ein verwalteter Gutshof, dem ggf. mehrere Huben unterstanden. Der Huber besaß so eine Hube (Hufe) Land zur Eigenbewirtschaftung, was regional eine unterschiedlich große Flächenbezeichnung sein konnte.

Wenn also der frühere Bürgermeister von Taufkirchen der (Konrad) Maier war, dann traf es das genau. Dem neuen Gemeinderat mit seinem Moar wünschen wir alles Gute – macht’s eine schöne und vernünftige Gemeindepolitik für den Großen wie den Kleinen. Nicht jeder soll Moar sein wollen, alle miteinander unsere kommunalen Huben beackern – und keiner möge vergessen, dass er fürs Gemeinwohl arbeitet.

Wir erinnern uns noch daran, dass schon zu früheren Maibowlenzeiten das Öl ein Schocker war, wir die Raketen fürchteten und Nein Danke zur Atomkraft sagten. Zwischendurch sind wir in Vielem gut weitergekommen, momentan sind wir, so scheint’s, weit gekommen …

Ich bin wieder für mehr Maibowle und die Renaissance der Waldmeister anstatt der Kriegsherren. _Markus Tremmel