ein Jahr liegt hinter uns, in dem uns – stärker vielleicht als sonst – das Gefühl der Veränderung erfasst hat.
Amokläufe an Schulen, Firmeninsolvenzen, die zunehmende Arbeitslosigkeit, Turbulenzen in der Wirtschaft und an der Börse, Klimaveränderungen und Umweltkatastrophen, Terroranschläge und kriegerische Auseinandersetzungen, all dies sind Themen, die uns in den vergangenen Monaten schwer beschäftigt haben.
So vieles kommt uns heute selbstverständlich vor. Wenn wir uns nur ein wenig aus der Entfernung betrachten, merken wir, wie wenig selbstverständlich eigentlich all das ist, wie und wovon wir leben.
Dass wir keinen Hunger leiden, dass wir in Frieden und Freiheit leben können und dass wir soziale Sicherheit genießen. All diese Dinge, die wir als selbstverständlich erachten, sind eigentlich eine Ausnahme – in der Weltgeschichte und im Weltmaßstab.
Natürlich gibt es auch in unserer Gesellschaft große soziale Unterschiede. Deshalb sollten wir uns weiterhin für mehr Gerechtigkeit einsetzen. Aber trotz aller Schwierigkeiten müssen wir sagen, dass es uns im Verhältnis zu früheren Generationen und weltweit gesehen sehr gut geht.
Und dennoch scheint unsere Gesellschaft aus den Fugen zu geraten. Entscheidend für die Zukunft wird sein, wie wir miteinander umgehen; sowohl im privaten Umfeld als auch in politischen, wirtschaftlichen und umweltrelevanten Bereichen. Im Hinblick auf die kommenden Generationen müssen wir uns fragen: Leben wir auf Kosten unserer Kinder und Kindeskinder?
Es ist nicht nur Aufgabe des Staates und der Politik, sich für die Entwicklung unseres Landes einzusetzen. Jeder einzelne ist im Rahmen seiner Möglichkeiten gefordert, sich im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich mit einzubringen.
Eine Gesellschaft der „gebenden Hände“ – vor allem in den letzten Wochen wurden wir mit dieser Forderung konfrontiert. Zu teilen, sich für andere einzusetzen, zu helfen, zu unterstützen und die Schwächeren mit zu tragen ist jedoch nicht nur vor Heilig Abend angebracht.
Wir sind aber auch selbst gefordert. „Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht!“ Dieser Ausspruch unseres Erzbischofs Reinhard Marx sollte uns allen zu denken geben.
Ich bin dankbar dafür, dass sich so viele Bürgerinnen und Bürger im vergangenen Jahr in vielfältigster Weise für die Zukunft unserer Kommune eingesetzt haben. Persönlich und im Namen des Gemeinderates möchte ich mich für Ihren Einsatz, Ihr Wohlwollen und Ihr freiwilliges Engagement bedanken.
Die besten Wünschen für das neue Jahr
Ihr
Franz Hofstetter, 1. Bürgermeister
