Sammlung Kapustin

Urelefanten im Attinger Weg

Erste Präsentation im Taufkirchener Rathaus. v.l. Anna Loidl (Geologin), Dr. Gertrud Rößner (Bayerische Staatssammlung), Nils Knötschke (Paläontologischer Präparateur), Alexander Benn (Geologe), Peter Kapustin (Museumsleiter) mit seinen Söhnen Constantin und Alexander, Bürgermeister Stefan Haberl

An einem Fuchsbau in Weipersdorf, Gemeinde Langenpreising, machten Constantin (9 Jahre) und Alexander Kapustin (10 Jahre) vor fast genau einem Jahr den größten Fund ihres jungen Lebens. Dort ragte aus der Erde ein Knochen – der ehemalige Besitzer: ein rund zehn Millionen Jahre alter Ur-Elefant! Ehrenamtliche Helfer konnten in monatelanger Arbeit viele weitere Knochen finden. Laut Experten eine Sensation!

3 Tonnen schwer, vier Meter hoch – der Elefant der Art „Deinotherium giganteum“ war ein richtiger Koloss. Dank der beiden Nachwuchs-Archäologen stehen die Knochen von dreien dieser Dickhäuter jetzt im Taufkirchener Urzeitmuseum. Eines der Modelle, ein Jungtier, ist sogar zu 70 Prozent vollständig!

Der Leiter des Museums, Peter Kapustin, war beim Fund 2023 mit dabei. Denn, er ist der Vater der beiden Jungs und sucht die Gegend schon seit Jahrzehnten ab! Der 40-Jährige ist Autodidakt. Sein Sachverstand und sein Riecher haben ihn zur richtigen Stelle geführt. In der Sandgrube im Norden des Landkreises waren 2004 schon der Schädel und weitere Knochen eines Deinotheriums, also Urelefanten, entdeckt worden. „20 Jahre lang bin ich an diese Stelle gepilgert und hab’ immer gedacht: Vielleicht kommt ja noch was“, so der gebürtige Taufkirchner.

Über Monate wurde im Jahr 2023 gearbeitet. „Die Knochen lagen seit zehn Millionen Jahren unter der Erde und waren durch Frost und Wasserwirkung extrem angegriffen“, erläutert Präparator Nils Knötschke bei der Vorstellung am 15. April im Taufkirchener Rathaus. Mit viel Gips, PU-Schaum und Sekundenkleber wurden die Knochen so weit stabilisiert, dass sie nicht vor Ort auseinanderbröseln. Der Dorfener Naturfilmer Jan Haft begleitete die Grabungen.

1600 Stunden seien für Präparation und Grabungen aufgelaufen, so Kapustin, ebenso ein hoher fünfstelliger Betrag. Das kleine Urzeitmuseum, das von einem Verein getragen wird, werde diese Kosten übernehmen.

Die Deinotherien haben eine Schulterhöhe von vier bis fünf Metern. Heutige afrikanische Elefanten kämen auf 3,5 Meter. Die Weipersdorfer Exemplare sind noch nicht komplett vermessen, so viel ist laut Kapustin aber klar: „Sowohl der Schädel von 2004 als auch der jetzige weisen darauf hin, dass es noch keine ausgewachsenen Tiere waren.“

Mittlerweile ist die Grube verfüllt. An der Stelle ist ein bewirtschaftetes Feld. Daher habe man jetzt auch an die Öffentlichkeit gehen können. „Während des letzten Jahres haben wir aber teilweise schon Sorgen gehabt“, sagt Kapustin über etwaige „Grab-Räuber“. Die Bürger von Weipersdorf hätten aber ein sehr wachsames Auge auf die Grabungsstelle geworfen. Vor allem der Grundstücksbesitzer, der in der Öffentlichkeit nicht genannt werden will, sei sehr hilfsbereit gewesen.

Das Urzeitmuseum in Taufkirchen (Vils) ist nun wieder um eine Attraktion reicher und für Jung und Alt einen Besuch wert.

Öffnungszeiten

Samstags: 11.00 – 17.00 Uhr

Sonn-/Feiertags: 10.00 – 17.00 Uhr

Täglich in den bayerischen Schulferien, 10.00 – 17.00 Uhr

Letzter Einlass: 16.00 Uhr

Sonderöffnungen für Gruppen ab 10 Personen außerhalb der Öffnungszeiten möglich!

Kostenlose Parkplätze sind direkt vor dem Museum vorhanden!

Hunde sind im Museum nicht erlaubt!