Wallfahrtskirche St. Maria Maiselsberg

In der Nähe von Moosen (Vils) liegt beherrschend auf einer Anhöhe über dem Vilstal die spätgotische, prächtige Wallfahrtskirche St. Maria von Maiselsberg. Wie eine Datierung am Gewölbe des Presbyteriums zeigt, wurde sie 1484 erbaut.

Bereits 1739 wird in einem Visitationsprotokoll von einer Wallfahrt berichtet. Übersetzt aus dem Lateinischen steht dort geschrieben: „Der Hochaltar ist der Allerseligsten Jungfrau geweiht, deren sehr alte Statue durch Gnadenerweise berühmt ist und in vielen öffentlichen Prozessionen besucht wird.“

Im frühklassizistischen Choraltar des Vilsbiburger Bildhauers Johann Michael Wagner, mit der Weiß-Gold-Fassung des Isener Malers Johann Weyerer von 1795, befindet sich in der Hochaltarbühne auf einem Podest die thronende Mutter Gottes mit Kind in der Rechten und dem aufgeschlagenen Buch in der Linken, eine Landshuter Arbeit um 1500.

32 Votivtafeln aus dem 18. – 20. Jhdt. berichten von Gebetserhörungen in den verschiedensten Anliegen. Sie zeigen – wie in der Barockzeit üblich – das Gnadenbild bekleidet und mit einer Silberkette mit Votivmünzen geschmückt.

Wie beliebt die Wallfahrt zum Maiselsberger Gnadenbild war, sieht man auch an den verschiedenen Grabdenkmälern.

So wollten die Kallinger Schlossherren, die Familie Goder und nach ihnen die Familie Ecker Freiherren von Kapfing und Liechtenegg auf Kalling, ganz nahe beim Gnadenaltar ihre letzte Ruhestätte haben. Auch eine Reihe von Moosener Pfarrern wollte lieber hier als in der Pfarrkirche beerdigt sein.

Die Kirche wird als vierjochiges Langhaus mit eingezogenem zweijochigen Chor mit 3/8-Schluss beschrieben. Der Turm befindet sich auf der Nordseite, die doppelgeschossige Sakristei an der Chorsüdseite. Der sechsgeschossige Turm ist mit Spitzbogenblenden, Dreiecksgiebelfriesen und deutschen Bändern geschmückt. Das Langhaus besitzt einen südwestlichen Eingang mit spätgotischem Vorhaus. Östlich angefügt ist die zweijochige Grabkapelle der Kallinger mit dem hochbarocken Kallinger Altar. An der Chorsüdseite befindet sich ein frühes Sandsteinrelief mit dem auferstandenen Christus.

Die Kirche wurde im Laufe des 18. Jahrhunderts mit einer wertvollen Ausstattung versehen, die vom Barock bis zum Klassizismus und Empirestil reicht. Aus der Zeit der Gotik stammt das Gnadenbild der Mutter Gottes auf dem Hochaltar, sowie das Relief „Christus mit den 12 Aposteln“ im Antependium.

1878 ist der Kirchturm durch Blitzschlag abgebrannt. 1967 erfolgte eine umfassende Renovierung des Kirchengebäudes ohne wesentliche Veränderungen. Der Turm wurde 1991 durch einen Orkan schwer beschädigt; Orkanböen rissen den Spitzhelm herunter, die Kirchturmspitze musste danach neu aufgebaut werden.

Der Ort Maiselsberg wird Übrigens erstmals bereits 972/76 als „Zeispoldesperga“ erwähnt. Der Name stammt wahrscheinlich noch aus der Bajuwarenzeit des 6. Jahrhunderts und wurde im Mittelalter in der Aussprache zu „Maizzelperg“ (1368) und „Maiselsperg“ (1364) ausgeformt.

Quellen: Gemeindearchiv, Kirchenführer der Pfarrei Moosen, Buch von Georg Brenninger über die Gnadenstätten im Erdinger Land

Öffnungszeiten

Jeden 1. Sonntag im Monat, 14.00 bis 17.00 Uhr

Eintritt kostenfrei

Heimatkundliches Gemeindearchiv
Reckenbacher Str. 25, Taufkirchen (Vils)
Telefon 08084 258879
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