450 Jahre Hofgeschichte
Tag der offenen Tür bei der Familie Wegmann

Ein ganz besonderes Jubiläum feiert in diesem Jahr die Familie Wegmann aus Taufkirchen (Vils): 450 Jahre Hofgeschichte! Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1575 zurück, als ein gewisser Erasmus Wegmann als Besitzer eines sogenannten „Hübs“ aufgeführt wurde – eine Form des kleinen landwirtschaftlichen Besitzes. Im damaligen Bayern unterschied man zwischen einem Söhl (ein sehr kleiner Hof ohne Vollerwerb), einem Hüb (ein halber Hof), und einem ganzen Hof. Der Hüb war also ein landwirtschaftlicher Betrieb, der zwar eigenständig geführt wurde, jedoch nicht ausreichte, um eine größere Familie zu ernähren.
Damals lebten die Wegmanns noch in Leibeigenschaft – eine persönliche Unfreiheit, die in Bayern erst mit den Reformen von 1848 endgültig abgeschafft wurde. Erst durch diese Umwälzungen wurde es möglich, Eigentum zu erwerben und sich von den alten Abgabepflichten zu befreien. Bis dahin mussten bäuerliche Familien an ihre Grundherren Naturalien, Arbeitsdienste und Abgaben leisten – oft ein beschwerlicher Alltag, wie aus dem handgeschriebenen Stammbuch der Wegmanns hervorgeht.
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