„In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist; du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.“
Die Gemeinde
Taufkirchen (Vils) trauert um Prälat Josef Mundigl, der am 17.08.2026 im Alter von 97 Jahren
verstorben ist.
Mit Josef Mundigl ist eine prägende Persönlichkeit des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens in der Region von uns gegangen. Über drei Jahrzehnte wirkte er als Stadtpfarrer und Landkreisdekan in Erding und war für viele Menschen Seelsorger, Ratgeber und Freund.
Josef Mundigl wurde am 22.07.1929 als fünftes von elf Kindern in Hubenstein geboren. Seine Kindheit war geprägt von bäuerlicher Arbeit, familiärem Zusammenhalt und christlicher Lebensweise. Nach dem Abitur studierte er katholische Theologie, unter anderem bei Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI. Nach einer zweijährigen Unterbrechung, in der er Wirtschaftswissenschaften studierte, kehrte er zur Theologie zurück. Am 29.06.1957 wurde er in Freising zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte er in seiner Heimatpfarrei Moosen (Vils).
Nach verschiedenen seelsorgerischen Stationen kam Mundigl am 01.03.1969 nach Erding. Bis 1999 war er dort Stadtpfarrer und zugleich Landkreisdekan. In dieser Zeit prägte er das kirchliche Leben nachhaltig. Unter seiner Verantwortung wurden unter anderem die Stadtpfarrkirche St. Johannes, der Friedhof St. Paul und die Wallfahrtskirche Heilig Blut saniert. Doch Mundigl verstand sich nicht nur als „Bauherr“: Sein besonderes Anliegen war es, Menschen zusammenzubringen und den christlichen Glauben mitten im Leben zu vermitteln. In den 1970er- und 1980er-Jahren war St. Johannes regelmäßig bis auf den letzten Platz gefüllt.
Mundigl galt als gesellig, humorvoll und
zugleich als jemand, der klare Standpunkte vertrat. Auch außerhalb der Kirche war er vielen Menschen verbunden. Er pflegte langjährige Freundschaften, liebte das Radfahren und Skifahren und war bis ins hohe Alter aktiv. Besonders eng blieb seine Verbindung zu seiner Heimat Hubenstein. Bis zuletzt nahm er regelmäßig am familiären Samstagessen auf dem elterlichen Hof teil. „Dahoam is am scheensten“ war für ihn mehr als nur ein Spruch.
Für sein Wirken erhielt Josef Mundigl zahlreiche Auszeichnungen. 1998 wurde ihm der Kulturpreis des Landkreises Erding verliehen, 2012 folgte der Ehrenring des Landkreises. Zudem war er Träger der Goldenen Stadtmedaille Erdings und päpstlicher Ehrenprälat.
Seine letzte Ruhestätte fand Prälat Josef Mundigl in Moosen (Vils), direkt an der Kirchenmauer im Priestergrab – an dem Ort, an dem er getauft worden war und seine Primiz gefeiert hatte. Mit ihm verliert die Region einen außergewöhnlichen Seelsorger und eine markante Persönlichkeit, die über Jahrzehnte Menschen begleitet und Gemeinschaft gestaltet hat.
Die Gemeinde Taufkirchen (Vils) wird Josef Mundigl ein ehrendes Gedenken bewahren.
Gemeinde Taufkirchen (Vils)
Stefan Haberl, Erster Bürgermeister