Mehrgenerationenhaus Taufkirchen (Vils)

Claudia Kuhl übernimmt die Hausleitung

Seit 2015 ist Claudia Kuhl im Mehrgenerationenhaus (MGH) engagiert. Was mit ehrenamtlichen Deutschkursen und dem Leseclub begann, führt sie nun in eine neue Rolle: Als neue Hausleitung möchte sie gemeinsam mit dem Team das MGH weiterentwickeln und als wichtigen Ort der Begegnung erhalten.

Als Kuhl vom Trägerwechsel erfuhr, meldete sie sich bei der Gemeinde. Nachdem sie die Stellenausschreibung im Kompass las, stand für sie fest: Sie würde sich bewerben. „Das Haus muss weiter existieren und ich möchte meinen Teil dazu beitragen“, sagt sie.

Für die neue Aufgabe bringt die gebürtige Leipzigerin vielseitige Erfahrungen mit. Ursprünglich wollte sie Lehramt studieren. Nach dem Abitur kam die Wende, ihre Pläne änderten sich. Über Bekannte fand sie zur Bayerischen Vereinsbank, absolvierte ihre Ausbildung zur Bankkauffrau und arbeitete dort im Anschluss rund 20 Jahre.

Später absolvierte Kuhl eine Ausbildung beim Goethe-Institut, um Deutsch als Fremdsprache zu vermitteln. Das Unterrichten blieb ihre Leidenschaft. „Leuten etwas beizubringen und ihnen zu helfen, hier zurechtzukommen, ist mein Herzblut“, erzählt sie. Auch an der Realschule unterstützte sie ukrainische Geflüchtete vier Jahre lang als Klassenleiterin der Deutsch-Klasse.

Organisation, Kommunikation und Zahlen sind für Kuhl vertraute Themen. Ihre Zeit bei der Bank hat sie gelehrt, unterschiedliche Interessen zusammenzubringen und den Überblick zu behalten. „Ich habe keine Angst vor großen Zahlen aber finde trotzdem die Balance zum Cent.“ Gleichzeitig ist ihr die soziale Seite besonders wichtig: Das MGH soll für die Bürgerinnen und Bürger ein verlässlicher Ort der Begegnung und Hilfe bleiben.

32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten derzeit im MGH. Kuhl möchte zunächst zuhören und die verschiedenen Bereiche kennenlernen: Welche Wünsche und Sorgen gibt es? Was soll bleiben, was könnte sich verändern? Dafür möchte sie auch an den Teamsitzungen der verschiedenen Bereiche teilnehmen. Eine Idee liegt 
ihr besonders am Herzen: den Leseclub gemeinsam mit Projektleiterin Riccarda Groß-Possin wiederzubeleben. Dafür werden zu gegebenem Zeitpunkt engagierte Ehrenamtliche gebraucht.

Ein weiteres Anliegen ist die Verbindung der Generationen. Kinder und Senioren sollen noch häufiger miteinander in Kontakt kommen, gemeinsam spielen oder sich etwa in den Seniorenheimen begegnen. „Das gibt beiden Generationen wahnsinnig viel“, ist Kuhl überzeugt. Kinder lernen dabei, aufeinander Rücksicht zu nehmen, während ältere Menschen ihre Erfahrungen und Zeit einbringen.

Auch Vernetzung ist zum Beginn ihrer Tätigkeit besonders wichtig. Als Hausleitung des MGH wird sie unter anderem im Forum Inklusion der Gemeinde in der Steuerungsgruppe mitwirken.

Seit 2007 lebt Kuhl in Wambach. Durch ihre Kinder und ihr Ehrenamt ist sie in der Gemeinde gut verwurzelt. Sie engagiert sich im Schützenverein, ist aktive Pistolenschützin und leitet außerdem weiterhin die Tafel in Taufkirchen (Vils). In ihrer Freizeit näht sie gerne Quilts, arbeitet im Garten und geht ins Kino.

Die ersten Wochen als Hausleitung erlebt Kuhl mit viel Freude. Der Trägerwechsel habe Herausforderungen und Unsicherheiten mit sich gebracht, inzwischen spüre sie jedoch wieder eine große Zuversicht und Motivation. „Man spürt, wie gut sich die Mitarbeiter kennen und zusammenarbeiten. Das ist einfach wunderbar.“

Für die Zukunft setzt Claudia Kuhl auf Teamgeist, Offenheit und gemeinsames Anpacken. „Wir haben ein super Team und ich bin mir sicher, wir bekommen das hin.“