Sozialpreis des Landkreises Erding verliehen

Das Team des Vereines für Therapeutisches Reiten Taufkirchen (Vils) freut sich gemeinsam über den Sozialpreis 2025: (v.l.): Helmut Sperr (Vorstand Reitverein Taufk.), Oberbürgermeister Max Gotz, Andrea Gietl, Simone Willems, Birgit Schöfberger, Landrat Martin Bayerstorfer, Vereinsvorsitzende Sosa Balderanou, ehemalige Sozialministerin Christa Stewens, Andrea Hartmann, Katharina Mergenthaler, Ilka Blasig, Edith Greilmeier, Veronika Winkelmaier und Kreisrätin Maria Grasser

Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am 08.01.2026 wurde dem Verein für Therapeutisches Reiten der Sozialpreis verliehen. Die Auszeichnung würdigt das langjährige ehrenamtliche Engagement, die fachlich hochwertige Arbeit sowie die vielen Stunden, die oftmals im Hintergrund geleistet werden.

Der gemeinnützige Verein besteht seit mittlerweile 30 Jahren und feiert im Mai sein Jubiläum. Aktuell zählt er rund 60 Mitglieder. Derzeit nehmen elf Kinder und drei Erwachsene regelmäßig an der Reittherapie teil. Dabei handelt es sich nicht um ein Freizeitangebot, sondern um eine anerkannte und wirksame Therapieform, vergleichbar mit Krankengymnastik auf dem Pferd.

Die Therapie findet zweimal wöchentlich statt und wird von zwei speziell ausgebildeten Therapeutinnen durchgeführt. Voraussetzung für diese Tätigkeit ist ein abgeschlossenes Studium zur Physiotherapeutin sowie eine zusätzliche qualifizierte Ausbildung in der Hippotherapie. Eine Therapieeinheit kostet regulär rund 70 Euro. Dank Spenden und Unterstützern kann der Verein die Kosten für Kinder auf 15 Euro und für Erwachsene auf 25 Euro pro Einheit reduzieren. Ohne diese Unterstützung wäre die Therapie für viele Familien nicht finanzierbar.

Die Reittherapie ist ab dem dritten Lebensjahr möglich und erfolgt auf ärztliche Verordnung über ein Privatrezept, da die Krankenkassen die Kosten bislang nicht übernehmen – trotz nachweisbarer Erfolge.

Eine zentrale Rolle spielen die Therapiepferde. Sie sind keine Sportgeräte, sondern ausgebildete Therapiebegleiter. Bevor ein Pferd in der Therapie eingesetzt werden kann, sind rund 60 Stunden gezielter Vorbereitung notwendig. Die Tiere müssen lernen, ruhig und gelassen zu bleiben und auf ganz unterschiedliche Bedürfnisse, Bewegungen und Einschränkungen der Reiter einzugehen.

Viele Jahre kam der Verein mit einem Jahresbudget von etwa 20.000 Euro aus. Aufgrund gestiegener Kosten werden mittlerweile rund 25.000 Euro pro Jahr benötigt. Diese Mittel fließen unter anderem in Honorare für Therapeutinnen, Pferdeausleihe, Versicherungen, Fahrtkosten sowie die Unterstützung durch Helferinnen und Helfer.

Ein besonderer Dank gilt dem Reit- und Fahrverein Taufkirchen (Vils), der dem Verein für Therapeutisches Reiten seit nunmehr 30 Jahren die Reithalle kostenlos zur Verfügung stellt. Diese außergewöhnliche Unterstützung macht die Arbeit in dieser Form überhaupt erst möglich. Vergelt’s Gott insbesondere dem Reit- und Fahrvereinsvorsitzenden Helmut Sperr, derdas Therapieangebot seit Jahrzehnten begleitet und unterstützt.

Mit dem Sozialpreis wird die Arbeit des Vereins gewürdigt, und vor allem die Menschen in die Öffentlichkeit gerichtet, die durch die Reittherapie ein Stück Lebensqualität gewinnen._Sosa Balderanou