Bilder aus vergangenen Tagen – Schloss Hubenstein

Schloss Hubenstein um 1700 nach einem Stich des Kupferstechers Michael Wening
Anmerkung: Wenings Kupferplatten befinden sich im Staatsbesitz. Die originalgetreuen Reproduktionen der Kupferstiche befinden sich in der Obhut des Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung und können auf folgender Internetseite eingesehen werden: www.ldbv.bayern.de

Hubenstein war einst ein Adelssitz. Als Heimstatt diente der adeligen Herrschaft ein mächtiges Bauwerk, eine Burg, die sich zu einem beeindruckenden Landschloss entwickelte, das hoch über dem Vilstal weithin sichtbar den Stolz derer von Hubenstein verkündete.

Bereits im 12. Jahrhundert saß dort ein edelfreies Geschlecht – ein Adeliger namens Wilhelm von Hub, von dessen Name sich wahrscheinlich auch die Bezeichnung des Ortes Hubenstein (früher: Huba, Hube, Huben, Huoba, Huebenstain) abgeleitet hat, wobei die Endung „-stein“ wohl hinzugefügt wurde, um den Ortsnamen adelsmäßiger zu gestalten.

Im 15. Jahrhundert herrschten im Schloss Hubenstein die Fraunberger, die sich „zu Hubenstain“ nannten. Inhaber waren in nachstehender Reihenfolge Sigmund Fraunberger, Vivianz Fraunberger und Warmund Fraunberger, jeweils zu Hubenstain.

1483 wurde das Schloss zur Hofmark erhoben, was bedeutete, dass der Adel das Privileg der niederen Gerichtsbarkeit hatte.

1514 verkauften die Fraunberger das Schloss an das verwandte Adelsgeschlecht der Preysings. Schlossherren waren nachfolgend u.a. Sigmund von Preysing und Hans Wolf von Preysing, dem neben Hubenstein auch die Güter in Weipersdorf, Moosen, Vieth, Zeilern, Wimpasing, Baustarring, Birka, Forach, Brandhub, Laushub, Hochöd, Numberg, Kleinschaffhausen, Krottenthal, Bach, Groß- und Kleinstockach, Harting und Baumberg gehörten.

1597 beinhaltete die Hofmark Hubenstein neben dem Schloss eine Taverne, eine Schmiede, eine Fleischbank, eine Backstatt und ein Bad. Zudem befand sich beim Schloss – wie aus der Beschreibung zum Kupferstich von Michael Wening hervorgeht – auch eine Kapelle, die der Hl. Maria Magdalena und dem Hl. Bischof Nikolaus geweiht war. Der Kupferstich zeigt eine imposante vierseitige Gebäudeanlage mit Innenhof und Dachterrasse sowie eine barocke Gartenanlage mit Baumalleen, Blumenbeete und Springbrunnen. Die Lage an einer bedeutenden Handelsstraße, die von Passau nach München führte, ergab sicher auch eine wichtige Einnahmequelle, denn es wurden Waren transportiert, von denen Wegzoll erhoben werden konnte.

Im 17. Jahrhundert wurden Schloss und Hofmark vom bayerischen Hofkammerpräsidenten Johann Mandl erworben und fortan waren die Güter im Besitz der Freiherrn von Mandl.

1848 wurde die Hofmarksherrschaft des niederen Adels (Patrimonialgericht II.) aufgehoben und die Bauern wurden Herr über Grund und Boden. Das Schloss ging in bürgerliche Hände über – der Landwirt und Bäcker Josef Hütter, der ursprüngliche „Breischer“ von Hubenstein, kaufte es vom Baron von Mandl, baute die unteren Räume für die Landwirtschaft um und richtete zudem eine Bäckerei ein.

Im Laufe der Zeit wurde ein Teil der Schlossgebäude abgebrochen bzw. bei einem Großbrand 1952 zerstört. Der Westtrakt mit seinen meterdicken Mauern und den Gewölben ist allerdings noch erhalten, wobei der obere Stock abgetragen und der Dachstuhl neu aufgesetzt wurde. Eigentümer ist heute die Familie Lanzinger, die den Hausnamen „Beim Bäck“ innehat.

Obwohl das Schloss in seiner ursprünglichen Form nicht mehr besteht, ist es in der Denkmalliste des Freistaats Bayern als „Burgstall des Mittelalters und der frühen Neuzeit“ unter der Nummer D-1-7639-1062 als Bodendenkmal eingetragen. _Archiv-Team

Hans Georg von Preysing

Aus der Ehe des Schlossherrn Sigmund von Preysing mit der Anna von Paumgarten auf Frauenstein ging Hans Georg von Preysing hervor, der als Ritter ein Leben voller Abenteuer und Unrast geführt hat, die halbe Welt bereiste und schließlich an den Wunden, die er 1572 im Kampf gegen die Türken bei Messina erlitten hatte, verstorben ist. Seine Angehörigen errichteten ihm zu Ehren in ihrem Schloss ein Denkmal – ein prächtiges Epitaph, das nach dem Untergang des Schlosses Hubenstein in die Pfarrkirche Moosen verbracht wurde, wo es bis heute einen exponierten Platz am Hauptportal einnimmt und an eine längst vergessene Zeit erinnert.

Terminankündigung: Ausstellung in Moosen (Vils)

Am 01.10.2025 sind es nun 100 Jahre her, dass die Gemeinde Hubenstein in die Gemeinde Moosen (Vils) eingemeindet wurde (nähere Einzelheiten siehe Ausgabe 04/2024). Aus diesem Anlass findet vom 02. – 05.10.2025 im Pfarrheim in Moosen (Vils) eine Ausstellung statt, mit Exponaten aus dem Heimatkundlichen Gemeindearchiv sowie vielen Bildern von Moosen (Vils), Hubenstein und Umgebung, die Privatleute in den letzten Monaten zur Verfügung gestellt haben.

Öffnungszeiten:

  • Donnerstag, 02.10.2025, 19.00 Uhr (offizielle Eröffnung)
  • Freitag, 03.10.2025, 13.00 – 17.00 Uhr
  • Samstag, 04.10.2025, 13.00 – 17.00 Uhr
  • Sonntag, 05.10.2025, 13.00 – 17.00 Uhr

 

Bei dieser Gelegenheit stellt auch Thomas Reger seine Romane vor, die er über die Gemeindezusammenlegung (Titel: Wandelzeiten) sowie über die Gründung der Brauereigenossenschaft Taufkirchen (Vils) (Titel: Von Herren und Genossen) geschrieben hat.

Terminankündigung: Teil 3 des Bildervortrages über Alt-Taufkirchen

So 05.10.2025, 15.00 – 16.30 Uhr
Heimatkundliches Gemeindearchiv, Reckenbacher Straße 26

Thema ist diesmal der Bereich Landshuter Straße, Veldener Straße und Bräuhaus-Straße.