Bestellung eines neuen Feldgeschworenen

Georg Schmittner nahm die Wahl an und bedankte sich für das Vertrauen. Er wurde vom zweiten Bürgermeister, Dr. Christoph Puschmann, förmlich vereidigt.

Die Gemeinde Taufkirchen (Vils) ist nach dem Abmarkungsgesetz verpflichtet, für das Gemeindegebiet Feldgeschworene zu bestellen.

Das Amt des Feldgeschworenen ist ein kommunales Ehrenamt, welches auf Lebenszeit ausgeübt wird. Aktuell gibt es in der Gemeinde Taufkirchen (Vils) nur einen Feldgeschworenen.

Um sicherzustellen, dass Vermessungsarbeiten durch einen Feldgeschworenen beaufsichtigt werden, wurde daher in der Gemeinderatssitzung vom 11.03.2025 Georg Schmittner aus Hörgersdorf einstimmig vom Gremium für diese Aufgabe gewählt.

Was ist ein Feldgeschworener?

Die Feldgeschworenen sind aus den alten Mark- und Feldgerichten hervorgegangen, die in den fränkischen Landesteilen schon seit Jahrhunderten bestanden und hohes Ansehen genossen. Aufgabe der Feldgerichte war es, in Grenzangelegenheiten Schiedssprüche zu fällen. So wurden die Feldgeschworenen zu Hütern der Grenzen und Abmarkungen.

Die Feldgeschworenen haben je nach Region verschiedene Bezeichnungen: Siebener, Vierer, Dreier, Untergänger, Märker, Feldscheider usw.

Sie versuchten schon seit alters her, die Grenzzeichen durch Unterlegen geheimer Zeichen gegen willkürliche Versetzung durch Unbefugte zu schützen. Diese „Siebenerzeichen“ sind meist besonders geformte und vielfach auch beschriftete Zeichen z.B. aus Ton, Glas, Porzellan oder Metall. Die Art des Unterlegens war Bestandteil des Siebenergeheimnisses und wurde von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich gehandhabt.

Auch heute noch wirken die Siebener regelmäßig bei der Abmarkung mit, indem sie die staatlichen Vermessungsbehörden bei Grundstücksvermessungen unterstützen. Darüber hinaus haben Feldgeschworene in einem gesetzlich festgelegten Rahmen eigene Abmarkungsbefugnisse. Feldgeschworene bekleiden eines der ältesten kommunalen Ehrenämter und sie werden auf Lebenszeit gewählt und vereidigt.

Heute sind ca. 27.000 Feldgeschworene in Bayern tätig. Sie sind wegen ihrer Erfahrung, ihres Ansehens in ihren Gemeinden und ihrer Ortskenntnis bei Bürgern und bei der Vermessungsverwaltung sehr geschätzt.