Glücklichster Schulleiter Bayerns

Ein gewaltiges Projekt neigt sich dem Ende zu: Acht Jahre sind seit dem Architektenwettbewerb für die neue Taufkirchener Mittelschule vergangen, vier Jahre seit dem Abriss des alten Gebäudes. Und die Investitionssumme von mittlerweile 44 Millionen Euro ist der höchste Betrag, der in der Geschichte Taufkirchens verbaut wurde. Nun konnten bereits die ersten drei Klassen einziehen. Eine Ebene ist für den Unterricht schon freigegeben, in den anderen wird voraussichtlich noch bis Weihnachten gearbeitet.
Mittelschulrektor Ade Geier freute sich bei der Besichtigung einen Tag vor Schulstart, dass die Jahre im Container für die Lehrer und Schüler nun bald vorbei sind: „Ich bin aktuell der glücklichste Schulleiter in Bayern. Das ist eine richtig schöne Punktlandung.“ Er sprach von einem Kraftakt, mit dem der Termin zum Schuljahresbeginn eingehalten worden sei. Vor allem in den vergangenen acht Wochen haben die beteiligten Firmen immense Arbeit geleistet. Zeitweise waren 16 Firmen mit 50 Arbeitern vor Ort und in den Sommerferien wurde sogar samstags gearbeitet.
Die neue Mittelschule ist durch einen Verbindungsgang mit der Grundschule verbunden. Ade Geier und Grundschulrektorin Doris Holler betonten, dass diese Verzahnung und die kürzeren Wege für beide Schulen ein Glücksfall sind. In beiden Schulen steigen die Schülerzahlen und damit auch die Zahl der Klassen, aber in dem neuen Gebäude gibt es dafür ausreichend Platz. Die Grundschule ist nun zum Schuljahresbeginn mit zwei Klassen in die fertiggestellte Ebene vier eingezogen, die Mittelschule mit einer. Als Nächstes folgt die Verwaltung.

Ade Geier dankte Bürgermeister Stefan Haberl und den anwesenden Mitgliedern des Gemeinderates für die mutige Entscheidung, die enorme Summe von 44 Millionen Euro in die Mittelschule zu investieren. Es sei zwar ohnehin alternativlos gewesen, aber die Kommunalpolitik sei dafür auch in der Kritik gestanden. „Jeder Euro rechnet sich“, sagte Geier. Und wenn 2026 der Rechtsanspruch auf die Ganztagsbetreuung komme, sei die Vilsgemeinde bestens darauf vorbereitet.
Der Schulleiter betonte zudem, dass die Unterstützung während der vier Jahre im Container sehr gut gelaufen ist. Man habe die Turnhallen der Grundschulen Moosen und Schröding und der Realschule Taufkirchen (Vils) nutzen dürfen. Auch einen Aufenthaltsraum der Feuerwehr hat man in Anspruch nehmen können. „Überall, wo wir angefragt haben, haben wir Räume bekommen.“
Bürgermeister Stefan Haberl erklärt, man sei jetzt auf der Zielgeraden, aber bis zum Jahresende müsse noch viel Arbeit erledigt werden. In den anderen Ebenen sind noch Boden- und Malerarbeiten, Elektroinstallationen und Arbeiten im Bereich Sanitär notwendig. Die Bauverwaltung hat in den vergangenen Tagen viele Abnahmen vorgenommen, damit der erste Schulbetrieb möglich wurde. Insbesondere beim Brandschutz ist es sehr genau gegangen.

Ade Geier schlug vor, das Schulgebäude auch außerschulisch zu nutzen. Die neue Mehrzweckhalle stehe abends ohnehin den Sportvereinen zur Verfügung. Darüber hinaus habe man in der Aula auch eine schöne Bühne, die für Veranstaltungen genutzt werden könnte. Und falls Vereine Räume benötigen, könnte man sie auch in der Schule zur Verfügung stellen. Es gebe verschiedene Schließkonzepte für den Zugang zur Schule, dem stünde nichts im Weg. „Ich möchte, dass der Bau ganz viel Akzeptanz erfährt, auch über den Schulbetrieb hinaus.“
Bei einem Rundgang durch die nun freigegebene Ebene vier erläuterte Konrektorin Gabriele Reiss, dass die Schule so gebaut worden sei, dass dort auch „Lernkonzepte der Zukunft“ umgesetzt werden können. Neben Ganztagesclustern gebe es auch einen sogenannten „Marktplatz“ mit flexibler Möblierung, mit einer Lernwerkstatt, Computerlernspielen und dergleichen mehr. Viele Lehrkräfte hätten sich in den vergangenen Tagen bereits in der Schule umgesehen und dabei den „Zauber des ersten Augenblicks“ verspürt.
