20 Jahre Pionierarbeit für unsere Kinder

Ideenreich, engagiert und wagemutig – Eigenschaften, die wohl jeder Kindern mit auf ihren Weg geben möchte. Vorgelebt hat diese ein kleiner Kreis von Pionieren, der vor 20 Jahren ein alternatives pädagogisches Konzept in die Gemeinde Taufkirchen (Vils) holte.
Rund um die OASE-Gründerin Marile Götz entstand mit wenigen Mitteln, dafür umso mehr mit persönlichem Einsatz ein Naturkindergarten, der heute von der nächsten Generation geführt wird. Naturverbundenheit schon in ganz jungen Jahren herzustellen, war ein Anliegen von Marile Götz. Sie hat sich mit der Pädagogik von Rudolf Steiner, Johann Heinrich Pestalozzi und Maria Montessori beschäftigt. Die nachhaltigsten Eindrücke sammelte sie dann bei einer Indienreise, bei welcher sie staatlich ausgezeichnete Erziehungseinrichtungen und Schulen kennenlernte.
Unabhängig von pädagogischen Strömungen verinnerlicht sie: „Kinder brauchen ein gutes Fundament, um später reife, verantwortungsbewusste Menschen zu werden.” Dieses Fundament kann für sie nur die Natur sein. „Die Kinder entwickeln eine Liebe zur Natur, weil sie sie einfach kennen. Ich kann Natur nicht lieben und schützen, wenn ich Angst davor habe. Und viele Menschen sind sehr naturfremd geworden”, erklärt Marile Götz, die noch heute gerne Zeit auf abgelegenen Almen verbringt. Gedanken, die über zwei Jahrzehnte eine noch viel stärkere Aktualität bekommen haben.
Welche Dynamik würde Klimaschutz bekommen, wenn er statt von wirtschaftlichen und politischen Weichenstellungen von der Liebe zur Natur motiviert wäre? Einfachheit geht mit dieser Philosophie einher. Und sie wird im Wald bei Teufelsöd, nahe Hohenpolding, noch immer gelebt.

Ein ausrangierter Bauwagen zum Kaufpreis von 150 Euro war und ist genug. „So was gab’s im ganzen Landkreis nicht. Die Leute dachten, wir fangen’s spinnen an”, lacht die 76-Jährige heute über die Gründungszeit. Mit ihrer eigenen Begeisterung riss sie junge Eltern, Freunde und Handwerker mit, die aus dem schrottreifen Bauwagen liebevoll einen Unterschlupf für eine erste Kindergartengruppe mitten im Wald bauten.
Davor galt es, die Öffentlichkeit und Entscheidungsträger zu überzeugen. Skeptisch sei man gewesen, doch Altbürgermeister Franz Hofstetter fand Interesse an der Idee. Er lud, ohne das Wissen der Taufkirchener Kindergartengründer, eine Vilsbiburger Pädagogin in den Gemeinderat ein. Diese konnte mit ihrem Erfahrungsschatz für das naturpädagogische Konzept argumentieren.

Das Wagnis glückte. Schon kurze Zeit später erhielt die OASE den 1. Preis für bürgerschaftliches Engagement des Bayerischen Landtags. In den nächsten Jahren wurde sie selbst als Referenz von anderen Bürgermeistern eingeladen, „Danach sind Naturkindergärten wie Schwammerl aus dem Boden geschossen“, so Marile Götz.
Pädagogische Leitung wurde ihre Tochter Kati Yilmaz, die seit mittlerweile 16 Jahren als Erzieherin den OASE-Kindergarten prägt. Ein besonderes Anliegen war ihr der wöchentliche Besuch der Kinder im Taufkirchener Seniorenheim.
Seit 2019 ist Lisa Algasinger Kindergartenleiterin. Den Trägerverein OASELebenskreis führt seit etwa einem Jahr Raphaela Nieder.
20 Jahre liegen nun hinter dem OASENaturkindergarten. Dieses Jubiläum möchten die Mitarbeiter, Familien und Freunde nun gemeinsam am 08. Juni 2024 von 13 bis 17 Uhr im Taufkirchener Weidenhain feiern.
Sie freuen sich auf zahlreiche Gäste, die zwischen Livemusik von „Schlawindl“, Kinderschminken und einer Tombola die Idee der Gründerin und Pionierin feiern.
_Fabian Holzner
