
Bereits im 9. Jhdt. wird Jettenstetten, das über Jahrhunderte hinweg der Wohnsitz großer Adelsgeschlechter war, mit der damaligen Bezeichnung „Jahaza“ als Kirchenort nahe „Feldun“ erwähnt. Mehr als 200 Jahre war Jettenstetten seinerzeit Eigentum des Klosters Sankt Emmeram, einer Benediktinerabtei in Regensburg.
Um 1040 taucht dann in Jettenstetten erstmals Ortsadel auf. Im 12. Jhdt. erscheint der Edelfreie Engilwan de Idenstete, der mit dem Edlen Heinrich von Moosen das Stift Berchtesgaden reichlich mit Besitz in Jettenstetten beschenkt. Dieser blieb von da an bis zur Säkularisation 1803 Eigentum des Berchtesgadener Stifts, das Adelige in Jettenstetten als Vögte einsetzte. Im 14. und 15. Jhdt. waren dies die Adelsgeschlechter der Fraunhofener und der Fraunberger.
1541 kam das Schloss in die Hände der Puecher und 1606 erhielt Jettenstetten den Status einer geschlossenen Hofmark. Im Jahr 1673 wurde der Besitz unter Vogt Adam von Puech durch den Kauf von mehreren Rittergütern noch einmal erweitert. 1749 verkaufte das Fürststift Berchtesgaden aus Geldnot alle außerhalb gelegener Höfe der Hofmark Jettenstetten an den Eigentümer der Hofmark Taufkirchen, Franz Peter von Rosenbusch. Von da an bestand die Hofmark Jettenstetten nur noch aus dem Dorf selbst.

Bereits um das Jahr 1723 war das einstige Schloss unbewohnt und das Kirchdorf eine Filiale der Pfarrei Velden geworden. 1803 wurde Jettenstetten säkularisiert, es entstand ein adeliges Patrimonialgericht II. Klasse. Das bayerische Gemeindeedikt vom 17. Mai 1818 führte zur Bildung der Gemeinde Moosen, zu der auch Jettenstetten gehörte. Als 1848 die Gerichtsbarkeit des Adels aufgehoben wurde, war die Zeit Jettenstettens als Herrschaftssitz endgültig beendet. Wann genau das Schloss abgerissen wurde, ist unbekannt. In der Denkmalliste des Bayer. Landesamtes für Denkmalpflege ist das Schloss als „abgegangenes Hofmarkschloss des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit“ als Bodendenkmal registriert.
Erhalten blieb jedoch die St. Margareten-Kirche, ein Backsteinbau erstellt um 1500, die den kleinen Ort als Wahrzeichen dominiert und auch schon mal als „Juwel im oberen Vilstal“ bezeichnet wurde. Marmorgrabplatten der Puecher und Eisenreich erinnern an die einstigen Herren des Edelsitzes. Beeindruckend sind der schöne neugotische Altar und das Kruzifix am Eingang der Kirche.
Die Adelsgeschlechter von Jettenstetten residierten, wie der Kupferstich von Michael Wening um 1710 zeigt, in einem Schloss, das unmittelbar neben der Kirche stand. In der Beschreibung, die Ferdinand Schönwetter zu diesem Kupferstich erstellt hat, wird das Schloss als „Schlößl“ und als „Herrnhauß“ bezeichnet. U.a. heißt es in dem Beschrieb: „Ist einstens vom wilden Feur verbrandt und underm Herrn Johann Sigmund Freyherrn von Puech dortmahliger Pflegeambts Administatorn widerumben erbauet worden“. _Quellen: HGA, Wikipedia
Frühjahrs-Programm im Archiv
- Bilder-Vortrag über Alt-Taufkirchen 1. Teil: Marktplatz, Kellerstraße, Bahnweg, Dauer 60 Min. So 06.04.2025, 15.00 Uhr
- Bilder-Vortrag über Alt-Taufkirchen 2. Teil: Erdinger Straße, Attinger Weg So 04.05.2025, 15.00 Uhr
Hinweis: Für den Herbst plant das HGA weitere Bilder-Vorträge über Alt-Taufkirchen. Mit dabei: Landshuter Straße und Dorfener Straße
