Ein lebendiges Kunst- und Naturprojekt in unserer Gemeinde

Der Taufkirchener Weidenhain entwickelt sich Jahr für Jahr weiter. Mittlerweile wurden auf dem Gelände weit über 1.000 Bäume gepflanzt. Was vor knapp zwei Jahrzehnten mit einer großen Trauerweide und den ersten Elementen eines Weidenkreuzgangs begann, ist heute ein einzigartiges Zusammenspiel aus Natur, Kunst und Landschaftsgestaltung.
Ein wichtiger Abschnitt konnte kürzlich abgeschlossen werden: Die Pflanzungen am ersten Kreuzgang, der sich wie eine Nautilus-Schnecke über das Gelände zieht, sind weitgehend fertiggestellt. Inzwischen stehen vor allem Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen im Mittelpunkt. So wurden heuer mehrere Eichenstämme wieder aufgerichtet, die im vergangenen Jahr aus Sicherheitsgründen zurückgeschnitten werden mussten. Auch eine Steingruppe erhielt einen besser sichtbaren Standort.
Arbeit gab es zudem an den lebenden Bauwerken aus Weiden. Die große Kuppel, die vor einiger Zeit eingestürzt war, wurde kräftig zurückgeschnitten. Die nachwachsenden Triebe werden nun erneut verflochten, damit die Konstruktion wieder ihre ursprüngliche Form erhält. Bei einer kleineren Kuppel am Turm kam erstmals eine neue Technik zum Einsatz. Statt die Stämme mit Schnüren zu verbinden, werden sie nun verschraubt. Dadurch entstehen deutlich weniger Schäden an den Pflanzen – ein Beispiel dafür, wie sich das Projekt durch Erfahrungen und neue Erkenntnisse stetig weiterentwickelt.
Der Weidenhain ist jedoch nicht nur ein Ort für besondere Baumskulpturen. In den vergangenen Jahren hat sich dort
eine beeindruckende Artenvielfalt entwickelt. Eine Blühwiese bietet Nahrung für zahlreiche Insekten, Totholzhaufen und ältere Holzskulpturen dienen als wertvolle Lebensräume. Rehe, Füchse, Vögel und viele Kleintiere sind auf dem Gelände häufig anzufinden. Aus der einst eher unscheinbaren Wiese ist ein kleines Naturparadies entstanden.
Die Idee dahinter war von Anfang an, Kunst und Ökologie miteinander zu verbinden. Der Initiator des Projekts Harry Seeholzer, vorrangig Maler und Bildhauer, wollte einen Ort schaffen, der nicht nur gestaltet, sondern auch einen ökologischen Mehrwert bietet. „Jeder einzelne Baum verbessert die Ökobilanz“, lautet sein Grundgedanke.
Noch immer investiert er jedes Jahr viele Wochen Arbeit in den Weidenhain. Besonders zu Beginn des Jahres wird gepflanzt, geschnitten und gestaltet. Finanziert wird das Projekt überwiegend privat sowie durch den Förderverein. Für die Zukunft gibt es bereits neue Pläne: Hinter den Baumstämmen sollen nach und nach junge Eichen gepflanzt werden. Dafür werden noch Unterstützer gesucht, die beispielsweise mit einer Baumspende etwas Bleibendes schaffen möchten.
Nach 18 Jahren zeigt sich eindrucksvoll, was mit Ausdauer, Kreativität und viel Engagement entstehen kann: ein Ort, an dem Kunst und Natur auf besondere Weise zusammenwachsen.
Infos und Kontakt zum Künstler und zum Förderverein: www.s-amhain.de
