
Wie aus Archivunterlagen hervorgeht, waren bereits 1926 und 1940 starke Überschwemmungen zu verzeichnen, das größte Hochwasser, ein sog. Jahrhunderthochwasser, erlebte Taufkirchen (Vils) jedoch im Sommer 1951. Selbst die ältesten Bürger Taufkirchens konnten sich damals an ein ähnliches Ereignis nicht erinnern.
In der Nacht von Sonntag auf Montag, den 16. Juli 1951, ging ein starker Gewitterregen nieder, der zwischen 6 und 7 Uhr zu einem Wolkenbruch ausartete und eine fürchterliche Überschwemmung verursachte. Die Vils, der Kirchlerner Mühlbach und der Stephansbrünnlbach wuchsen innerhalb kürzester Zeit zu reißenden Strömen an und um halb 8 Uhr war die gesamte Ortsmitte überflutet. Der Marktplatz stand unter Wasser sowie die gesamte Dorfener Straße, der Bahnweg, die Kellerstraße, Teile der Landshuter Straße und der Attinger Weg. Die Wassermassen rissen das Fußgängerbrückerl am Bahnweg weg und schwemmten es fort. Auch der Autoverkehr wurde komplett lahmgelegt.

Am stärksten betroffen waren die Häuser an der Dorfener Straße, am Bahnweg und am Marktplatz. Dort mussten sich die Bewohner in das obere Stockwerk zurückziehen, weil das Wasser in die Häuser eingedrungen war. In der Schuhfabrik Theis, die damals am Bahnweg unmittelbar neben der Vils stand, wurde das gesamte Schuh- und Lederlager vernichtet. Überhaupt wurde in den betroffenen Häusern und Gärten ein erheblicher Schaden angerichtet.
Erst um die Mittagszeit ging auf dem Marktplatz und in der Landshuter Straße, am Nachmittag dann auch in der Kellerstraße und zuletzt in der Dorfener Straße das Hochwasser so weit zurück, dass die Straßen wieder passiert werden konnten.

Wie auch später noch erzählt wurde, sei das Wasser so schnell gekommen, dass das Vilswehr bei der Turnhalle nicht mehr rechtzeitig geöffnet werden konnte. Dieses Problem kann heute nicht mehr auftreten, da der Bezirk Oberbayern, der für den Gewässerunterhalt der Vils zuständig ist, 1985 ein automatisches Kippwehr erstellt hat, das auf Wasserdruck reagiert und damit gewährleistet, dass eine rechtzeitige Öffnung der Klappen erfolgt. _Archiv-Team
