Leuchtendes Zeichen für Solidarität und Hoffnung

Wasserschloss Taufkirchen (Vils) erstrahlt für Menschen mit Huntington-Krankheit

Am Adlberger Samstag, 31.05.2025, verwandelte sich das historische Wasserschloss in ein leuchtendes Symbol der Solidarität: In den Farben Lila und Blau – den internationalen Farben der Huntington-Bewegung – wurde das Schloss im Rahmen der weltweiten Kampagne „Light it up 4 HD“ eindrucksvoll beleuchtet.

Die Aktion wurde von der kbo-Klinik Taufkirchen (Vils) initiiert, die mit dem Huntington-Zentrum Süd zu den führenden Einrichtungen in Deutschland zählt, wenn es um die Behandlung und Begleitung von Menschen mit der Huntington-Krankheit geht. Die Illumination war Teil der beliebten „Adlberger Nacht“ und setzte ein weithin sichtbares Zeichen – für Aufklärung, Gemeinschaft und Hoffnung.

„Die Versorgung von Menschen mit Huntington hat bei uns eine lange Tradition“, betont Dr. Alzbeta Mühlbäck, leitende Oberärztin am Zentrum. „Unsere Arbeit lebt von einem engagierten Team und der engen Vernetzung mit internationalen Partnern und Selbsthilfeorganisationen.“

Organisiert wurde das Lichtspektakel in Zusammenarbeit mit Partnern, wie der European Huntington Association, FactorH und That Disorder – Global Human Community, die sich besonders für Betroffene in benachteiligten Regionen einsetzen. Für die emotionale Atmosphäre sorgte der Tanzverein Dance United e.V. Wartenberg, der mit spektakulären Hebefiguren für Begeisterung sorgte.

Großer Dank gilt auch der Gemeinde Taufkirchen (Vils) sowie dem Organisationsteam der Klinik. Die Aktion ist Teil eines weltweiten Netzwerks von Veranstaltungen, die im Mai – dem internationalen Aktionsmonat für seltene neurologische Erkrankungen – stattfinden. Ziel ist es, Erkrankungen wie Huntington, ALS, Ataxien oder Muskelerkrankungen stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Betroffene zu unterstützen.

Hintergrund: Huntington-Krankheit – eine seltene und schwere Erbkrankheit

Die Huntington-Krankheit (HK) ist eine seltene, vererbbare Erkrankung des Gehirns, die sich meist zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr bemerkbar macht. Betroffene leiden an unkontrollierten Bewegungen, psychischen Veränderungen sowie Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen. Die Krankheit schreitet langsam, aber stetig fort. Eine Heilung gibt es bislang nicht – jedoch können Medikamente und Therapien die Symptome lindern.

Die Huntington-Krankheit wird vererbt. Hat ein Elternteil die Krankheit, besteht für jedes Kind ein Risiko von 50 %, die Genveränderung zu erben. In Deutschland leben rund 10.000 bis 12.000 Menschen mit Huntington, viele weitere tragen die Genveränderung ohne bislang sichtbare Symptome.

Das Huntington-Zentrum Süd in Taufkirchen (Vils)

Das Huntington-Zentrum Süd am kbo-Isar-Amper-Klinikum ist eines der bedeutendsten Zentren für Huntington in Deutschland. Gegründet wurde es 1998 von Prof. Dr. Matthias Dose. Heute bietet es ein umfassendes Behandlungsspektrum – von Diagnostik und Therapie bis zur Studienbeteiligung.

Ein spezialisiertes Team aus Ärzt:innen, Therapeut:innen, Pflege- und Sozialfachkräften betreut nicht nur Huntington-Patient:innen, sondern auch Menschen mit anderen Bewegungsstörungen wie dem Tourette-Syndrom, Tic-Störungen oder funktionellen Erkrankungen.

Ein Abend, der bewegt – und Mut macht

Die Illumination des Wasserschlosses war mehr als eine Lichtshow – sie war ein starkes Zeichen. Für alle, die mit der Huntington-Krankheit leben. Für ihre Familien. Und für eine Zukunft mit mehr Sichtbarkeit, Forschung und Unterstützung.

Dr. Alzbeta Mühlbäck – Expertin für die Huntington-Krankheit in Taufkirchen (Vils)

Dr. Alzbeta Mühlbäck ist seit 2010 am kbo-Isar-Amper-Klinikum in Taufkirchen (Vils) tätig. Mit ihrem interdisziplinären Team begleitet sie Betroffene und ihre Familien umfassend – medizinisch, therapeutisch und menschlich – durch alle Stadien der Erkrankung. Das Zentrum umfasst eine europaweit einzigartige Spezialstation, eine psychiatrische Institutsambulanz und eine Forschungseinheit.

Dr. Mühlbäck engagiert sich für die Verbesserung der Versorgung von Betroffenen – unter anderem als langjähriges Vorstandsmitglied des Europäischen Huntington-Netzwerks (EHDN), im wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Huntington-Hilfe sowie als Sprecherin der Deutschen Heredo-Ataxie-Gesellschaft. Sie ist Fachärztin für Psychiatrie mit Zusatzqualifikationen in genetischer Beratung und Palliativmedizin.