Schützenverein Gemütlichkeit Großköchlham

40. Hunderennen in Großköchlham

mit Jubiläumswette: 100 Vierbeiner, 100 PS und 50 schmucke Burschen

Auf der Internetseite des Schützenvereins Gemütlichkeit steht, was jeder, der eines der bisher 39 Hunderennen besuchte, schon gespürt hat: Großköchlham ist ein Ort, in dem Gemütlichkeit und Zusammenhalt noch zählen.

Dieser Zusammenhalt und die Hinwendung zur Heimat waren auch Anlass für den Verein, sich aktiv in den Um- und Neubau des Unterhofkirchener Bürgerhauses „Alte Schule“ einzubringen, wo nun auch das Interview mit dem Vorstand beim Weißwurst-Frühschoppen stattfand. Und was die Vorstandschaft hier zu erzählen hat, ähnelt sehr den Lausbubengeschichten von Ludwig Thoma oder einer Folge von „Irgendwie und sowieso“ aus den 90er Jahren.

Die Frage nach dem Ursprung des Köchlhamer Hunderennens beantworten die Herren mit einem verschmitzten Grinsen: 1976 war’s, als ein 100 PS starker Deutz bei einer Gaudiwette an der Straße bei Sonnendorf zum Einsatz kam. 100 Männer waren aufgefordert, den Bulldog, dessen Reifen damals zum Erschweren mit Wasser statt mit Luft gefüllt wurden, über die Linie zu ziehen. Den Wetteinsatz, eine Maß Bier pro PS, konnten sich die Burschen seinerzeit tatsächlich holen. Mehr als 1.000 Besucher zollten dieser Leistung Respekt!

HunderennenIm Jahr darauf feierte man die Geburtsstunde des heutigen Hunderennens, denn die Schützenvorstände Anton Elas, Max Irl, Georg Niedermeier und Josef Waxenberger wollten unbedingt an den Erfolg des letztjährigen Festes anknüpfen und kamen auf die Idee mit dem Hunderennen, damals noch mit weiteren Programmpunkten wie dem „Altweiberrennen“. Georg Niedermeier, auch heute noch im Vereinsvorstand, meint rückblickend, wie „stümperhaft“ damals alles gelaufen sei, aber nicht weniger erfolgreich als heute.

Von da an ging es nun jeden Pfingstmontag bei jeglicher Witterung um kleine und große Hunde. Nur einmal, im Jahr 2001, musste man aussetzen, so Vorstand Martin Weber, „denn damals grassierte die Maul- und Klauenseuche, und wir wollten kein Risiko eingehen“. Im Nachhinein eine kluge Entscheidung, denn am damaligen Pfingstmontag schneite es sogar.

Köchlham Hunde Sieger

Heuer jährt sich also das Hunderennen zum 40. Mal. Anlass genug für die fleißige Vorstandschaft, das „Bulldog-Ziagn“ zu wiederholen, quasi eine Version 2.0, zu der man sich den Burschenverein Oberes Vilstal als Wettgegner ausgesucht hat. Am Pfingstmontag um 11.30 Uhr sollen 50 Burschen auf der Ortsstraße in Großköchlham versuchen, den 100 PS starken Deutz von Michael Ertl aus Eldering zu besiegen. Auch heuer verspricht der Wetteinsatz den Siegern wieder 1 Liter Bier pro PS.

Bulldog Ziang

Ab Ostern geht der Vorstand samt eingespieltem Team in die Planung des Festes, arbeitet mit ausgefeilten und über die Jahre fast perfekt gewordenen Checklisten und greift bei den Vorbereitungen sowie beim Auf- und Abbau auf 80 bis 100 Helfer zurück. Wirklich jede Familie ist eingebunden und stellt nicht nur Arbeitskraft und Werkzeug, sondern auch Wiese, Gartengrundstück und die gesamte Hofmitte zur Verfügung, ganz zu schweigen von den weit gerühmten Backkünsten der Vereinsfrauen. Rainer Hattensperger witzelt, dass bei jungen Paaren jede/r „Neue“ eingespannt wird, „sobald sie länger als eine Woche zusammen sind“.

Das Engagement für den Heimatort erstreckt sich außerdem auf „Denkmalpflege unterm Jahr“. So kümmert man sich rührig um die Instandhaltung des Wahrzeichens, des rund 20 m hohen Windrads, oder um die Friedhofsmauer der Barockkirche St. Valentin.

Ganz nebenbei und völlig routiniert stellt der Verein übrigens am 1. Mai ab 13.00 Uhr einen Maibaum auf. Dass es hier ähnlich gesellig zugehen wird wie beim Hunderennen, davon dürfen die gern gesehenen Besucher ausgehen!

Nähere Infos zu den einzelnen Veranstaltungen gibt es laufend unter www.koechlham.de. Ansprechpartner im Vorstandsteam sind: Martin Weber, Georg Niedermeier, Reinhold Braun, Gerhard Schraufstetter, Rainer Hattensperger, Markus Palmberger, Ruppert Elas und Thomas Lechner.