Vortrag von Prof. Dr. Peter Kapustin

an der Taufkirchener Realschule zum Thema „Inklusion“

Was ist normal? Jeder hat seine Stärken und Schwächen und es ist „normal“, verschieden zu sein!

Prof. Peter Kapustin Vortrag Realschule
Mit diesen einleitenden Worten brachte Prof. Dr. Kapustin am 09.05.2019 die Schülerinnen und Schüler der neunten Jahrgangsstufe zu Beginn seines Vortrags zum Nachdenken. Er zeigte einen Kurzfilm, bei dem die jungen Zuschauer sehen konnten, wie ein körperlich und geistig eingeschränkter Junge im Rollstuhl gemeinsam mit seinem Vater einen Triathlon bewältigte und beiden der Stolz und die Freude ins Gesicht geschrieben stand.

Körperlich oder geistig eingeschränkt zu sein ist das Eine, durch Barrieren in den Köpfen der Menschen bzw. in Gebäuden ausgegrenzt zu werden, das Andere. Oft ist es die Gesellschaft, die Familien „behindert“, wenn sie etwa mit ihrem Rollstuhl-Kind am ganz normalen Leben teilhaben möchten.

Anhand von Bildern und persönlichen Erfahrungen erläuterte Prof. Kapustin, welche vielfältigen Begegnungs- und Erlebnischancen es für beide Seiten gibt. „Inklusion“ bedeutet das selbstverständliche Mit- und Füreinander im Spielen, Lernen, Musizieren und Gestalten, so der Referent.

Prof. Kapustin appellierte an die Schülerinnen und Schüler, dass Inklusion nur durch Herzensbildung, Offenheit, Toleranz und soziales Engagement in allen Bereichen des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens ermöglicht werden kann und auch sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten können.

Entsprechend dem Leitbild der UN-Menschenrechtskonvention forderte der Ehrenpräsident der Special Olympics Deutschland, dass alle Menschen das gleiche Recht haben „dabei zu sein“. Dazu zählen nicht nur Menschen mit körperlichen,  mentalen, sensorischen und/oder sozialen Behinderungen, sondern auch andere Gesellschaftsgruppen wie Senioren, Asylbewerber oder Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Inklusion kann nicht verordnet werden, sie sollte gelebt werden (können) – in der Familie, im Kindergarten, in Schulen und Gemeinden, im Arbeitsleben, im kulturellen Leben und den vielfältigen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.

Mit der langjährigen Partnerschaft mit der St. Nikolaus Schule Erding und durch das derzeitige Projekt „Läuft bei uns“, einer Sportpartnerschaft mit betreuten Menschen der Einrichtung in Algasing, ist die Realschule Taufkirchen (Vils) auf einem sehr guten Weg. Prof. Kapustin äußerte sich erfreut über dieses Engagement in seiner Heimatgemeinde.

Benefizlauf und Frühlingsfest

an der Realschule Taufkirchen (Vils) am 10.05.2019

Seit vielen Jahren führt die Fachschaft katholische und evangelische Religion sowie Ethik im Rhythmus von zwei Jahren einen Benefizlauf an der Staatlichen Realschule Taufkirchen (Vils) durch. Im Vorfeld wurden die Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Jahrgangsstufe aufgefordert, in der Familie oder im Freundeskreis nach Sponsoren zu suchen, die pro gelaufener Runde (ca. 500 Meter) einen bestimmten Betrag für einen guten Zweck spenden.

Diese Aktion soll bewusst machen, dass es sowohl im näheren Umfeld als auch weltweit Menschen gibt, die auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Gleichzeitig sollen die Schülerinnen und Schüler zu sozialem Engagement ermutigt werden.

Ein Teil des Erlöses kommt, wie schon diverse Male, einem Schulprojekt in Äthiopien zu Gute, das von der ehemaligen Gymnasiallehrerin Hilde Czudnochowsky und ihrem Mann Werner betreut wird. Die Eheleute waren wieder vor Ort und feuerten die Läuferinnen und Läufer mit großem Eifer an.

Daneben pflegt die Taufkirchener Realschule seit über zehn Jahren eine Freundschaft mit der St. Nikolaus Schule Erding, einer Einrichtung für geistig und körperlich beeinträchtigte Kinder und Jugendliche. Ein besonderes Highlight in diesem Jahr war, dass eine Delegation der Nikolaus Schule mit elf Startern am Lauf teilnahm. Diese Begegnung war für beide Seiten etwas Besonderes und für alle eine Bereicherung. Auch diese Schule wurde mit einer Spende bedacht.

Im Rahmen des Frühlingsfestes der Realschule wurde erstmals auch am Nachmittag gelaufen. Die Gäste, darunter Eltern, Großeltern, Geschwisterkinder und natürlich Lehrkräfte, waren eingeladen, mitzulaufen.

Da die Realschule das Thema „Inklusion“ schon immer großschreibt, wurde in diesem Jahr eine Sportpartnerschaft mit fünf Bewohnern einer Einrichtung der Barmherzigen Brüder in Algasing ins Leben gerufen (Projekt „Läuft bei uns“). Betreut wird dieses Unterfangen von Thomas Kebinger (Algasing) und Gabi Linsmayer (Realschule).

Benefizlauf Inklusion RealschuleDie Freunde aus Algasing waren dann selbstverständlich mit ihren Laufpartnern, Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 e, am Start und die Zuschauer hatten mindestens genau so viel Freude wie die Laufgespanne (siehe Bild). Die Spenden am Nachmittag sollen für die Startgebühr der insgesamt 35 Mitglieder des Projekts „Läuft bei uns“ beim Dorfener Stadtlauf am 07.07.2019 verwendet werden.

Als Fazit kann man feststellen, dass der Benefizlauf der örtlichen Realschule „gelebte Inklusion“ ist und für alle Beteiligten ein Für- und Miteinander der besonderen Art darstellt.